Erklärung der Jungen Marxistischen Gruppe Saarland (JMGS) zur Occupy – Demonstration in Saarbrücken am 29.10.2011
Gegen Ausgrenzung von Jugendlichen – für das Recht auf Meinungsfreiheit!
Occupy Saarbrücken hat in der Pressmitteilung vom 23.10.2011 zu einer weiteren Protestkundgebung für Samstag, den 29.10.2011 aufgerufen. Dies fanden natürlich auch wir gut, weil wir es für wichtig finden gegen die Macht der Banken auf die Straße zu gehen (siehe unsere aktuelle Ausgabe der Jugendzeitung „Red Mark(Ks)x). Wir hatten unsere Fahne dabei. Auf der sind Karl Marx und Che Guevara abgebildet und natürlich steht unser Name darauf: Junge Marxistische Gruppe Saarland. Unsere Fahne ist rot. Außerdem hatten wir noch eine Fahne mit dabei auf der Che Guevara abgebildet ist. Diese Fahne ist ebenfalls rot. Schon bei unserem Eintreffen an der Johanneskirche wurden wir aufgefordert, die Fahnen besser weg zu machen, weil dies nicht gut ankomme. Es sollten keine Parteifahnen getragen werden. Auch der Hinweis von uns, dass wir keine Partei sind und keine Parteifahne haben, hat nicht interessiert. Gefragt wurde auch, ob wir Randalierer seien? ! (Was geht denn da im Kopf ab?) Während der Demonstration wurden wir immer aggressiver angegangen und der Demozug wurde sogar gestoppt, um sich auch räumlich von uns zu distanzieren. Es wurde sogar erklärt, „die Demo müsse am nächsten Samstag abgesagt werden“! Weil einige Jugendliche mit gelaufen sind?
Dabei steht in der Pressemitteilung witziger Weise: „Herzlich eingeladen sind nicht nur alle Saarländer/innen, sondern alle globalen Mitstreiter/innen aus Nah und Fern. Wir freuen uns über alles was Krach macht! Trommeln, Rasseln, Musiker, Musikgruppen, Sänger. Wir benötigen Schilder, Fahnen, Selbstgebasteltes, seit kreativ! Wir rufen auch Politiker, Institutionen und Verbände zu einem Kontext auf. Beteiligt Euch – Erklärt Euch! Lasst uns Gemeinsam auf die Strasse gehen, denn Gemeinsam sind wir stark.“
Wir mussten heute feststellen, dass dieser Aufruf mit der Realität offenbar nicht übereinstimmt.
Wir stellen die Frage: Warum werden gesellschaftkritische Jugendliche ausgegrenzt? Immerhin geht es gerade um die Zukunftsperspektiven auch von uns Jugendlichen. Dürfen wir nur mitmachen, wenn wir das Rot unserer Fahne zu Hause lassen oder Karl Marx durch Karl May ersetzen? Wir sind der Meinung, diejenigen die ausgrenzen, fügen der Occupy-Bewegung selber Schaden zu, weil hier offenbar andere Dinge im Vordergrund stehen und die beschworene Gemeinsamkeit an dieser Stelle endet.
Wir waren über die Aggressivität gegenüber unserer Jugendgruppe durch Ordner und andere Verantwortliche erschrocken. Geht man so mit Jugendlichen um? Oder passt hier Karl Marx nicht, der ja eigentlich zum Thema einiges zu sagen hätte? Zum guten Schluss, wir sind auch dafür, dass sich Bewegungen nicht durch Parteien vereinnahmen lassen dürfen. Aber das aktuelle Herangehen der Occupy-Verantwortlichen im Saarland führt nicht dazu, die Bewegung zu stärken. Wir halten es für eine Illusion zu glauben, dass Verbote und Ausgrenzung in Stärke enden. Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass eine Bewegung gegen die Macht der Banken wichtig und richtig ist. Wir fordern gerade deshalb: Keine Ausgrenzung von Jugendlichen und ihren Organisationen!
Saarbrücken, 29.10.2011
Zur Info:
Pressemitteilung 23.10.2011
Occupy Saarbrücken ruft zu einer weiteren friedlichen
Protestkundgebung “Wir sind das Volk – wir sind die 99 %” auf!
Occupy Saarbrücken hat wegen der großen Nachfrage und des Erfolges der letzten
Protestkundgebung beschlossen erneut auf die Strassen Saarbrücken´s zu ziehen.
Mit dem Motto “Wir sind das Volk – wir sind die 99 %” startet am Samstag, den
29.10.2011 ab 14:00 Uhr die zweite Protestkundgebung ab der Johanniskirche.
Der Protestmarsch endet wie beim letzten Mal mit einer Abschlusskundgebung am
Brunnen, St. Johanner Markt in Saarbrücken.
Wir freuen uns über alles was Krach macht! Trommeln, Rasseln, Musiker,
Musikgruppen, Sänger.
Wir benötigen Schilder, Fahnen, Selbstgebasteltes, seit kreativ!
Wir rufen auch Politiker, Institutionen und Verbände zu einem Kontext auf. Beteiligt
Euch – Erklärt Euch!
Lasst uns Gemeinsam auf die Strasse gehen, denn Gemeinsam sind wir stark.
OCCUPY SAARBRÜCKEN
Pressestelle
29. Oktober 2011
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